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Cordt Schnibben
Leiter Reporterfabrik
Guten Morgen aus Hamburg,
Guten Morgen aus Hamburg,
schon mal was von Caroline Rosales gehört? Nein, das ist keine in Dubai lebende Influencerin, die online Yoga-Kurse gibt oder Tee-Sorten empfiehlt. Caroline Rosales hat mal eine Kolumne über den Kleidungsstil ihrer Großmutter geschrieben. Aus der Kolumne wurde das Buch „Sexuell verfügbar“ und aus dem Buch die ARD-Serie „Sexuell verfügbar“. Inzwischen sind von ihr die Romane „Das Leben keiner Frau“ und „Die Ungelebten“ erschienen, die Sachbücher „Ich glaub’, mich tritt ein Kind“, „Mama muss die Welt retten“, „Single Mom“, sowie das Kinderbuch „Allerbeste Schwestern“.
Caroline Rosales, 43 Jahre alt, ist ein schönes Beispiel dafür, wie man heutzutage aus einem Schreibtalent und seinem Leben ein einträgliches, vielfältiges Medienleben machen kann. Und darum gibt sie in ihrem Workshop Vom Text zum Roman zum Drehbuch freundlicherweise ihr Karrierewissen weiter.
Von 2005 bis 2007 war sie Volontärin bei der Hamburger Morgenpost, danach Redakteurin für Landespolitik bei der Berliner Tageszeitung , danach arbeitete sie als Redakteurin bei der Funke Mediengruppe, schrieb die wöchentliche Kolumne Single Mom, wurde 2020 Chefin vom Dienst bei der taz, seit März 2023 ist sie Kolumnistin und freie Autorin für Zeit Online. Rosales’ Kolumne trägt den Titel „Wir sprechen uns wieder“ und behandelt Themen wie moderne Mutterschaft, Beziehung und Feminismus.
Aus Kolumnen Bücher zu entwickeln, ist deshalb sinnvoll, weil Kolumnen gute Gradmesser sind. Caroline Rosales zeigt dir in diesem Workshop, wie man eine Kolumne weiterentwickelt zum Buch und später zur Serie. Sie teilt ihre Erfahrungen mit Agenturen, Verlagen, Produktionsfirmen und Sendern. Im Workshop geht es darum, wie aus einer Kolumne die ARD-Serie „Sexuell verfügbar“ entstanden ist und wie auch du aus eigenen journalistischen Texten ein Drehbuch machen kannst.
Wusstest du, dass es sehr lukrativ ist, ein Drehbuch zu schreiben? Schon für ein abgelehntes Drehbuch erhältst du bereits 10.000€.
Exposés für Fernsehserien funktionieren inzwischen oft nach dem Baukastenprinzip. Die Pitches werden in sehr großen Runden vorgestellt, deshalb muss es schnell gehen. Vier bis fünf Seiten können bereits reichen, empfiehlt Carolin Rosales. Bei einer Serie ist auch ein Staffelbogen erforderlich, in dem steht, was in jeder Folge passieren soll. Die Filmbranche ist deutlich weniger anspruchsvoll als die Buchbranche (dort braucht es oft schon ein ganzes Kapitel als Exposé).
Wenn du eine Serie über ein gesellschaftspolitisches Thema machen willst, ist die Kolumne ein guter Ort, um dein Thema zu testen. Dort lassen sich Themen gut anreißen und die Reaktion deiner Leserschaft ist ein guter Gradmesser. Für einen Serienpitch reicht möglicherweise auch schon eine Kolumne als Ausgangspunkt.
Beim Drehbuchschreiben gibt es oft eine Idee, die das Schreiben in Gang bringt, um die sich eine ganze Serie dreht. Der Autor Chuck Palahniuk ist einmal in eine Kneipenschlägerei geraten. Am nächsten Morgen kam er ins Büro und niemand sprach ihn auf sein blaues Auge an. Aus dieser Begebenheit entwickelte er die Idee für seinen Roman „Fight Club“, der mit Edward Norton in der Hauptrolle verfilmt wurde. Ähnliche Beispiele findest du im sehr praxisorientierten Buch „Das Drehbuch“ von Syd Field.
Bei „Sexuell verfügbar“ war es eine Szene, bei der sich Miki, die Hauptfigur, in einem Restaurant daneben benimmt. Die Umkehr des Klischees, dass sie ein als „typisch männlich“ wahrgenommenes Verhalten zeigt, sei stilbildend für die Serie gewesen, erläutert Caroline Rosales in ihrem Workshop. Am Ende des Workshops wirst du aus deinen Ideen und Texten Bücher und Serien machen wollen, wetten?


